Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?
Der iSFP ist das Ergebnis einer geförderten Energieberatung für Wohngebäude (EBW) nach dem Standard der dena. Ein Energieeffizienz-Experte nimmt Ihr Haus vor Ort auf – Gebäudehülle, Fenster, Heizung, Lüftung – und entwickelt daraus ein verständliches Dokument mit Farbskalen und konkreten Maßnahmenpaketen: Was sollte wann saniert werden, was kostet es ungefähr, was bringt es an Energieeinsparung, und welche Förderung ist dafür zu erwarten. Erstellen darf ihn nur ein Berater, der in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes gelistet ist.
Die Ziele des iSFP
- Überblick statt Bauchgefühl: Sie sehen den energetischen Ist-Zustand Ihres Hauses schwarz auf weiß – und wissen, welche Maßnahme wie viel bringt.
- Die richtige Reihenfolge: Der Fahrplan sortiert die Schritte technisch sinnvoll – z. B. erst Hülle dämmen, dann Heizung passend dimensionieren – und vermeidet so Fehlinvestitionen.
- Förderung maximieren: Mit dem iSFP-Bonus und dem verdoppelten Kostendeckel holen Sie aus jeder späteren Einzelmaßnahme deutlich mehr Zuschuss heraus.
- Planungssicherheit über Jahre: Sie können in Etappen sanieren, wie es Budget und Lebenssituation erlauben – der Fahrplan bleibt 15 Jahre lang die Grundlage.
Die Vorteile: Was der iSFP konkret bringt
| Vorteil | Ohne iSFP | Mit iSFP |
|---|---|---|
| Fördersatz für Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik (z. B. Dämmung, Fenster, Lüftung) | 15 % | 20 % (+5 Prozentpunkte iSFP-Bonus) |
| Förderfähige Kosten je Wohneinheit und Kalenderjahr | max. 30.000 € | max. 60.000 € – der Deckel verdoppelt sich |
| Maximaler Zuschuss je Wohneinheit und Jahr (rechnerisch) | 4.500 € | 12.000 € |
| Gültigkeit des Fahrplans für den Bonus | – | 15 Jahre ab Erstellung |
| Der iSFP selbst wird gefördert | – | BAFA-Zuschuss 50 % des Beratungshonorars, max. 650 € (EFH/ZFH) bzw. 850 € (MFH ab 3 Wohneinheiten) |
Der 5-%-Bonus wirkt unscheinbar, ist aber in Kombination mit dem verdoppelten Kostendeckel der größte Förderhebel, den Eigentümer bei Einzelmaßnahmen haben: Aus maximal 4.500 € Zuschuss pro Jahr werden bis zu 12.000 € – Jahr für Jahr, Maßnahme für Maßnahme, über die gesamte Laufzeit des Fahrplans.
Beispielrechnung: So rechnet sich der iSFP
Ein typisches Szenario: Ein Einfamilienhaus bekommt in einem Kalenderjahr eine neue Fassadendämmung und neue Fenster – Investition zusammen 60.000 €. Beide Maßnahmen sind im iSFP enthalten.
Fassadendämmung + Fenstertausch am EFH, Investition 60.000 €
- Investition60.000 €
- davon förderfähig (Deckel 30.000 €)30.000 €
- BAFA-Zuschuss 15 %−4.500 €
- Ihre Kosten55.500 €
- Investition60.000 €
- davon förderfähig (Deckel 60.000 €)60.000 €
- BAFA-Zuschuss 20 %−12.000 €
- iSFP-Eigenanteil (EFH, Festpreis)+749 €
- Ihre Kosten48.749 €
Vereinfachte Beispielrechnung zur Veranschaulichung; tatsächliche Kosten und Fördersätze hängen von Gebäude, Maßnahme und den zum Umsetzungszeitpunkt geltenden Förderbedingungen ab. Voraussetzungen: Antrag vor Vorhabenbeginn, Einhaltung der technischen Mindestanforderungen, Begleitung durch einen Energieeffizienz-Experten.
Was kostet der iSFP bei mir?
| Leistung | Ihr Eigenanteil | Hinweis |
|---|---|---|
| iSFP Einfamilienhaus | 749 € | inkl. Vor-Ort-Aufnahme und Beratungsgespräch; BAFA-Zuschuss (50 %, max. 650 €) bereits abgezogen |
| iSFP Zweifamilienhaus | 899 € | wie EFH, für zwei Wohneinheiten |
| iSFP Mehrfamilienhaus bis 5 Wohneinheiten | 2.149 € | Vor-Ort-Aufnahme aller Wohneinheiten; BAFA-Zuschuss (max. 850 €) bereits abgezogen |
| Kombi: iSFP + Heizlastberechnung + hydraulischer Abgleich | 999 € | für Einfamilienhäuser – die ideale Vorbereitung, wenn auch ein Heizungstausch ansteht |
Hinweis zur Abwicklung: Seit 2025 ist keine Abtretung des BAFA-Zuschusses mehr möglich. Sie zahlen das Beratungshonorar zunächst vollständig, das BAFA erstattet den Zuschuss anschließend direkt an Sie – die Tabelle zeigt Ihren Anteil nach der Erstattung.
Drei Regeln, die Sie kennen sollten
1. Der Bonus gilt nur für Maßnahmen, die im iSFP stehen
Den 5-%-Bonus und den verdoppelten Kostendeckel gibt es ausschließlich für Maßnahmen, die im Sanierungsfahrplan enthalten und gelistet sind. Eine Maßnahme, die später dazukommt, aber im Fahrplan fehlt, wird nur mit dem Basissatz gefördert.
2. Deshalb: lieber großzügig planen als zu knapp
Aus Regel 1 folgt die wichtigste Praxisempfehlung: In den iSFP gehört im Zweifel eher zu viel als zu wenig. Der Fahrplan gilt 15 Jahre – niemand weiß heute, wie sich Technik, Energiepreise und Ihre Pläne in dieser Zeit entwickeln. Eine Maßnahme, die im Fahrplan steht, kostet nichts, solange Sie sie nicht umsetzen. Eine Maßnahme, die fehlt, kostet später bares Geld an entgangenem Bonus. Genau so erstelle ich Ihren Fahrplan: vollständig gedacht, nicht auf das Nötigste reduziert.
3. Abweichen ist erlaubt – es gelten die Regeln zum Umsetzungszeitpunkt
Bei der späteren Umsetzung dürfen Sie vom Fahrplan abweichen: andere Reihenfolge, zeitlich gestreckt, ambitionierter als geplant – all das ist für den Bonus unschädlich, solange die umgesetzte Maßnahme im iSFP enthalten ist. Maßgeblich sind dabei immer die Förderbedingungen, die zum Zeitpunkt der Umsetzung gelten – nicht die Konditionen, die bei Erstellung des Fahrplans dokumentiert wurden. Fördersätze, Deckel und technische Anforderungen können sich bis dahin ändern; deshalb prüfe ich vor jeder Antragstellung den aktuellen Stand.
So läuft die Erstellung ab
- 1. Vor-Ort-Termin: Ich nehme Ihr Gebäude komplett auf – Hülle, Fenster, Heizung, Lüftung, Besonderheiten.
- 2. Analyse und Fahrplan: Aus den Daten entsteht Ihr individueller Sanierungsfahrplan nach dena-Standard – mit Maßnahmenpaketen, Kostenrahmen und Förderausblick.
- 3. Beratungsgespräch: Wir gehen den Fahrplan gemeinsam durch, bis alle Fragen geklärt sind. Sie entscheiden danach in Ruhe, ob und was Sie umsetzen.
- 4. Auf Wunsch weiter: Bei der Umsetzung übernehme ich Fachplanung, Förderanträge (TPB/BzA) und Baubegleitung – aus einer Hand.
