EnergiePlus Beratung – Energieeffizienz-Experte
Ratgeber · Kosten & Kostenplanung

Was kostet eine Sanierung? Wie genau Kostenangaben sind – und warum sie am Anfang abweichen.

Kurz gesagt: Ein seriöser Preis entsteht nicht durch Raten, sondern durch Wissen über den konkreten Fall. Je mehr geplant, geöffnet und geprüft ist, desto genauer wird die Zahl. Am Anfang nennt man deshalb Spannen statt Festpreisen – das ist Ehrlichkeit, kein Ausweichen. Mit Voruntersuchung, klarer Kostenplanung nach DIN 276, einer sauberen Ausschreibung und einer Reserve gewinnen Sie Schritt für Schritt echte Kostensicherheit.

Stand: Juli 2026 · Kostenermittlung nach DIN 276, eingeordnet für die energetische Sanierung

Warum ich das beurteilen kann: Ich bin seit über 15 Jahren Bauträger und Generalunternehmer – kalkulieren, ausschreiben und Kosten steuern ist mein Tagesgeschäft. Als dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte begleite ich Sie bei der energetischen Sanierung von der ersten Einschätzung bis zur Vergabe – und ordne Angebote so ein, dass Sie wissen, wofür Sie zahlen.

Fast jedes Sanierungsgespräch beginnt mit derselben Frage: „Was kostet das denn ungefähr?“ – und endet oft mit einer Antwort, die zunächst enttäuscht: „Das kommt darauf an.“ Das klingt ausweichend. In Wahrheit ist es die ehrlichste und fachlich sauberste Antwort, die man in einer frühen Phase geben kann. Dieser Ratgeber erklärt, warum das so ist, welche Faktoren gerade bei der energetischen Sanierung den Preis bestimmen – und wie Sie trotzdem Schritt für Schritt zu echter Kostensicherheit kommen.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Am Anfang eines Projekts sind seriöse Preise Spannen, keine Festpreise – das ist Ehrlichkeit, kein Ausweichen.
  • Die Genauigkeit wächst mit der Planung: von grob am Anfang bis zum exakten Betrag in der Schlussrechnung (nach DIN 276).
  • Die größten Kostenrisiken stecken im Bestand – verdeckte Vorschäden und Schadstoffe, die man erst beim Öffnen und Prüfen sieht.
  • Kostensicherheit gewinnen Sie durch Voruntersuchung, ein präzises Leistungsverzeichnis und eine Reserve von rund 10–20 %.

Warum wird ein Baupreis erst mit der Planung genau?

Kostensicherheit ist kein Schalter, den man umlegt, sondern eine Treppe, die man Stufe für Stufe hinaufgeht. In Deutschland ist die Kostenermittlung am Bau sogar genormt: Die DIN 276 beschreibt aufeinander aufbauende Stufen – von der ersten groben Idee bis zur endgültigen Abrechnung. Mit jeder Stufe steht mehr fest, und mit jeder Stufe schrumpft die Unsicherheit. Fachleute sprechen von einer Toleranz oder Schwankungsbreite: Sie sagt, wie weit die genannte Zahl realistisch noch nach oben oder unten abweichen darf.

Der Kostentrichter nach DIN 276 Ein Trichter zeigt, wie die Genauigkeit der Kostenschätzung mit dem Planungsfortschritt steigt: vom Kostenrahmen mit etwa plus/minus 40 Prozent über Kostenschätzung und Kostenberechnung bis zu echten Angeboten mit rund plus/minus 10 Prozent und schließlich den tatsächlichen Kosten in der Schlussrechnung. frühe Idee / Vorplanung fertig gebaut Kostenrahmen ±40 % Kostenschätzung ±30 % Kostenberechnung ±20 % Angebote / Kostenanschlag ≈±10 % Vergabe Ist-Kosten 0 %
Die Schwankungsbreite nach DIN 276: Am Anfang etwa ±40 %, nach fertiger Planung ±20 %, nach echten Angeboten nur noch rund ±10 % – exakt ist der Preis erst mit der Schlussrechnung (Kostenfeststellung). Schematische Darstellung; die Prozentwerte sind Orientierungsgrößen.

Ein Beispiel macht es greifbar. Sagen wir, ein Vorhaben liegt „ungefähr bei 100.000 €“:

  • In der Kostenrahmen-Phase (±40 %) heißt das ehrlich: irgendwo zwischen 60.000 und 140.000 €.
  • Nach der Kostenschätzung (±30 %) wird daraus ein Korridor von 70.000 bis 130.000 €.
  • Mit der detaillierten Kostenberechnung (±20 %) schrumpft er auf 80.000 bis 120.000 €.
  • Erst wenn echte Angebote von Firmen vorliegen (Kostenanschlag), ist die Zahl belastbar.
  • Was es wirklich gekostet hat, steht endgültig erst in der Schlussrechnung (Kostenfeststellung).

Woher die frühe Zahl kommt: Erfahrung und Kennzahlen

Wie entsteht überhaupt eine Zahl, wenn noch kaum etwas geplant ist? In den frühen Stufen – Kostenrahmen und Kostenschätzung – arbeitet man vor allem mit Erfahrung und Kennzahlen aus vergleichbaren Projekten: etwa Kosten pro Quadratmeter Wohn- oder Nutzfläche, pro Kubikmeter umbautem Raum oder mit allgemeinen Kostenkennwerten. Das liefert schnell eine realistische Größenordnung, ohne dass jedes Detail feststehen muss – erklärt aber auch, warum die Spanne in dieser Phase noch so breit ist.

Die Kostenberechnung geht dagegen ins Detail: Sie betrachtet konkrete Mengen, Materialien und Bauteile und setzt deshalb in der Regel eine ausgearbeitete Planung mit den zugehörigen Berechnungen voraus. Genau darum kommt die belastbarere Zahl erst später – sie erfordert mehr Vorarbeit. Wer diese Logik kennt, versteht sofort: Eine seriöse frühe Aussage muss eine Spanne sein. Sie ist kein Zeichen von Unfähigkeit, sondern von Erfahrung.

±40 % ist eine Orientierung, keine Obergrenze. Kommen mehrere Dinge zusammen – nachträgliche Sonderwünsche, höherwertige Materialien, unbekannte Risiken wie verdeckte Schäden oder Schadstoffe, eine kurzfristig benötigte Firma ohne Ausschreibung und Preisvergleich, dazu mögliche Bauzeitverzögerungen –, können die Abweichungen auch deutlich über 40 % liegen. Genau deshalb sind Voruntersuchung, klare Planung und ein realistischer Puffer so wichtig.

Welche Faktoren entscheiden über die Kosten?

Der wichtigste Unterschied verläuft zwischen Neubau und Bestand. Beim Neubau plant man auf dem weißen Blatt: Was gezeichnet wird, wird gebaut. Bei jeder Sanierung, jedem Umbau und jedem Schadensfall arbeitet man dagegen an etwas Vorhandenem – und was in Wänden, Böden und Decken steckt, sieht man dem Haus von außen nicht an. Genau hier entstehen die Überraschungen, die eine frühe Punktlandung beim Preis unmöglich machen. Gerade bei der energetischen Sanierung – etwa wenn Dämmung, Fenster und Heizung zusammenspielen sollen – zahlt sich deshalb ein genauer Blick auf den Bestand aus.

Fehlende Bauteilöffnungen – man sieht nur die Oberfläche

Vor Beginn der Arbeiten ist ein Gebäude eine geschlossene Kiste. Ob unter dem alten Estrich eine Dämmung liegt oder nicht, ob der Dachstuhl vom Holzwurm befallen ist, ob hinter der verputzten Wand feuchtes Mauerwerk steckt oder wie tief ein Riss wirklich reicht – all das lässt sich ohne Öffnung nicht sicher sagen. Eine gezielte Bauteilöffnung – das kontrollierte Freilegen einer kleinen Stelle – verwandelt Vermutung in Gewissheit. Sie kostet zunächst etwas, spart aber häufig ein Vielfaches, weil sie böse Überraschungen aus dem Projekt nimmt, bevor Firmen beauftragt sind.

Schadstoffe im Bestand – der größte Kostenhebel im Altbau

Ein großer Teil der Gebäude in Deutschland wurde vor 1990 errichtet und ist damit potenziell mit Schadstoffen belastet. Besonders betroffen sind Bauten der 1950er- bis 1980er-Jahre. Typische „Altlasten“ sind:

  • Asbest – in Boden- und Fliesenklebern, Putzen, Spachtelmassen, Dacheindeckungen, Nachtspeicheröfen und Rohrdämmungen.
  • Künstliche Mineralfasern (KMF) – alte Dämmwolle bis Mitte der 1990er-Jahre.
  • PAK (Teer) – in altem Parkettkleber, Dachpappe und Bitumenbahnen.
  • PCB, PCP und Schwermetalle (Blei) – in Fugenmassen, Holzschutzmitteln, Anstrichen und alten Leitungen.

Das Tückische: Man sieht es dem Material nicht an. Gewissheit bringt nur eine Probenahme mit Laboranalyse. Wird ein Schadstoff erst mitten in der Bauphase entdeckt, ist die Folge fast immer dieselbe: Baustopp, Sondermaßnahmen und teure Nachträge. Asbesthaltiges Material darf nur unter strengen Auflagen (Gefahrstoffverordnung, TRGS 519) von zugelassenen Fachbetrieben ausgebaut und als Sondermüll entsorgt werden – mit Schutzausrüstung, Abschottung und Nachweisen. Das kann eine einfache Bodensanierung in ihren Kosten leicht vervielfachen.

Praxis-Tipp: Bei Gebäuden vor etwa 1995 lohnt sich vor der Sanierung eine Schadstofferkundung (orientierendes Schadstoffkataster). Sie kostet einen überschaubaren Betrag, verhindert aber genau die Nachträge, die ein Projekt sonst sprengen.

Materialpreise – ein Angebot ist immer eine Momentaufnahme

Wer die letzten Jahre verfolgt hat, weiß, warum Firmen ihre Preise nur noch begrenzt „festschreiben“. Die Baupreise für Wohngebäude sind laut Statistischem Bundesamt über die Jahre deutlich gestiegen – besonders heftig 2021/2022, befeuert durch Lieferengpässe und den Ukraine-Krieg, mit teils zweistelligen Jahresraten bei einzelnen Baustoffen wie Betonstahl, Bauholz oder Bitumen. Danach entspannte sich die Lage bei vielen Materialien wieder, das Niveau blieb aber über der Zeit vor der Energiekrise; zuletzt stiegen die Baupreise wieder ruhiger. Für Sie bedeutet das zweierlei: Erstens haben Angebote eine Bindefrist – danach kann der Preis neu gelten. Zweitens enthalten größere Aufträge manchmal Preisgleitklauseln, die Materialpreisschwankungen fair verteilen. Beides ist kein Trick, sondern eine Reaktion auf einen real schwankenden Markt.

Firmen kalkulieren unterschiedlich – warum der Stundensatz täuscht

Zwei Angebote für „dieselbe“ Arbeit können weit auseinanderliegen, ohne dass eines davon unseriös ist. Der Grund: Ein Handwerkerpreis besteht nur zu einem Teil aus dem eigentlichen Lohn. Hinzu kommen Lohnnebenkosten (Sozialversicherung, Urlaub, Feiertage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), Gemeinkosten (Werkstatt, Fahrzeuge, Energie, Verwaltung, Versicherungen) sowie ein Aufschlag für Wagnis und Gewinn. Der auf der Rechnung sichtbare Stundenverrechnungssatz ist also die Spitze eines Eisbergs.

Woraus ein Stundenverrechnungssatz besteht Ein gestapelter Balken zeigt die Zusammensetzung eines Handwerker-Stundensatzes: Nettolohn, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn. Nur der erste Teil ist die reine Arbeit. Was in einem Stundenverrechnungssatz steckt (vereinfachtes Beispiel) Nettolohn Lohnneben- kosten Gemeinkosten Wagnis & Gewinn ← Nur dieser Teil ist die reine Arbeit Betrieb, Sicherheit & Zukunftsfähigkeit →
Ein niedriger Stundensatz heißt nicht automatisch „günstig“. Oft fehlen dahinter Absicherung, Qualität oder saubere Kalkulation. Schematische Darstellung ohne konkrete Beträge.

Dazu kommt die Auslastung: Ein gut gebuchter Betrieb rechnet höher, weil er wählen kann; ein Betrieb mit Lücken im Auftragsbuch kalkuliert schärfer. Und schließlich die Qualität – bessere Materialien, mehr Vorbereitung und saubere Ausführung kosten mehr, halten aber länger. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Firmen dasselbe anbieten. Genau dafür gibt es die Ausschreibung.

Fachbetrieb oder Billigkolonne – ein Preis- und Risikounterschied

Das günstigste Angebot stammt oft nicht von einem eingetragenen Meisterbetrieb, sondern von einer ungebundenen Kolonne oder einem Angebot „auf Zuruf“. Der Preisunterschied ist real – aber er hat einen Grund. Wer hier nur auf die Endsumme schaut, kauft ein Risiko mit, das erst später sichtbar wird:

Eingetragener Fachbetrieb im Vergleich zur ungebundenen Billigkolonne
MerkmalEingetragener FachbetriebUngebundene Billigkolonne
GewährleistungGesetzliche Mängelhaftung (i. d. R. 4–5 Jahre nach VOB/BGB)Faktisch keine – bei „ohne Rechnung“ entfällt der Anspruch ganz
Versicherung & HaftungBetriebshaftpflicht deckt SchädenIm Schadensfall bleiben Sie oft allein zurück
QualifikationMeister/Fachkraft, Normen & Technik-Regeln bekanntUnklar, häufig nicht nachweisbar
Rechnung & SteuerOrdentliche Rechnung, absetzbarSchwarzarbeit ist strafbar – Bußgeld auch für Auftraggeber
FolgekostenPlanbarNachbesserung durch Dritte kann teurer sein als die Ersparnis

Man muss nicht immer das teuerste Angebot nehmen. Aber man sollte wissen, wofür man zahlt: Ein seriöser Preis enthält Absicherung, Nachweisbarkeit und einen Ansprechpartner, wenn doch etwas schiefgeht. Diese Sicherheit ist bei einem reinen Lockpreis nicht eingerechnet – und fehlt genau dann, wenn man sie braucht.

Änderungen und Nachträge – das Projekt lebt

Kaum ein Bauvorhaben endet exakt so, wie es begonnen hat. Mal kommt ein neuer Wunsch dazu („Wenn die Wand schon offen ist, machen wir gleich …“), mal kommt ein bis dahin unbekannter Vorschaden am Bestand zum Vorschein – etwa verdeckte Feuchte, ein morscher Balken oder maroder Untergrund –, der zusätzliche Arbeiten nötig macht. Beides sind Nachträge: zusätzliche Leistungen, die im ursprünglichen Preis nicht enthalten waren. Nachträge sind nicht per se schlecht; sie sind der normale Weg, mit Neuem umzugehen. Wichtig ist nur, dass sie vor der Ausführung schriftlich vereinbart werden, mit Preis und Auswirkung auf den Termin. Je besser die Vorplanung, desto weniger Nachträge – aber ganz ohne geht es im Bestand fast nie.

Wie macht eine Ausschreibung Angebote vergleichbar?

Solange jede Firma etwas anderes anbietet, vergleicht man Äpfel mit Birnen. Eine Ausschreibung löst das: Alle angefragten Betriebe kalkulieren auf Grundlage derselben Leistungsbeschreibung. Erst dann sagt der Preisunterschied wirklich etwas aus. Das Herzstück ist das Leistungsverzeichnis (LV) – eine Liste, die Position für Position festhält, was in welcher Menge und Qualität zu leisten ist.

Gleiche Beschreibung führt zu vergleichbaren Angeboten Ein präzises Leistungsverzeichnis geht an mehrere Firmen, die daraufhin vergleichbare Angebote abgeben. Beispielhafte Angebotssummen: Firma A 82.000 Euro, Firma B 88.500 Euro, Firma C 91.000 Euro. Gleiche Beschreibung → vergleichbare Angebote Leistungs- verzeichnis Menge · Qualität · Norm Firma A 82.000 € Firma B 88.500 € Firma C 91.000 €
Beispielzahlen. Weil alle Firmen dasselbe Leistungsverzeichnis kalkulieren, ist der Vergleich fair – Unterschiede spiegeln wirklich Leistung und Kalkulation, nicht unterschiedliche Annahmen.

Man unterscheidet zwei Wege:

  • Detailliertes Leistungsverzeichnis: Jede Position ist genau vorgegeben (z. B. „Innenputz, Kalkzement, 2 cm, 120 m²“). Maximale Vergleichbarkeit und Kostensicherheit – der übliche Weg bei klarer Planung.
  • Funktionale Ausschreibung (Leistungsprogramm): Beschrieben wird das Ziel („trockener, nutzbarer Kellerraum“), den Lösungsweg wählt die Firma. Flexibler, aber schwerer zu vergleichen – sinnvoll vor allem bei komplexen Aufgaben aus einer Hand.

Die Faustregel lautet: Je präziser die Beschreibung, desto weniger Nachträge. Jeder Punkt, der im LV fehlt oder unklar bleibt, kommt später als kostenpflichtiger Nachtrag zurück – und dann ohne Wettbewerb, also meist teurer. Zeit in ein gutes Leistungsverzeichnis zu stecken, ist deshalb die wirtschaftlichste Stunde im ganzen Projekt.

Wie vergleiche ich Angebote richtig?

Der niedrigste Endbetrag ist nicht automatisch der günstigste Auftrag. Wenn die Angebote eintreffen, lohnt der Blick ins Detail. Prüfen Sie vor allem:

  • Vollständigkeit: Sind alle Positionen des LV enthalten? Ein „billiges“ Angebot ist oft nur ein unvollständiges Angebot.
  • Nebenkosten: Gerüst, Baustelleneinrichtung, Entsorgung, An- und Abfahrt – stehen sie drin oder kommen sie später obendrauf?
  • Mengen & Einheitspreise: Vergleichen Sie die Einzelpreise pro Position, nicht nur die Endsumme. So erkennt man Ausreißer.
  • Bindefrist: Wie lange gilt der Preis?
  • Gewährleistung & Referenzen: Wer haftet wie lange – und hat die Firma Vergleichbares schon gebaut?
  • Zahlungsplan: Zahlungen nach Baufortschritt statt hoher Vorkasse schützen Sie.
Vorsicht bei Ausreißern nach unten. Liegt ein Angebot auffällig weit unter den anderen, ist das selten ein Geschenk. Meist fehlt etwas im Leistungsumfang, die Qualität ist eine andere – oder die Differenz kommt später als Nachtrag zurück. Fragen Sie im Zweifel nach, statt nur zuzugreifen.

Wie gewinne ich Schritt für Schritt Kostensicherheit?

Sie können die Unsicherheit nicht auf null bringen – aber Sie können sie systematisch verkleinern. Fünf Schritte führen zum Ziel:

  1. Bestandsaufnahme zuerst

    Lassen Sie den Ist-Zustand fachlich erfassen, bevor Sie Angebote einholen. Wer weiß, was er hat, wird nicht überrascht. Bei der energetischen Sanierung ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) dafür der ideale Einstieg – er ordnet Maßnahmen und Kosten in eine sinnvolle Reihenfolge.

  2. Öffnen und prüfen, wo es zählt

    Gezielte Bauteilöffnungen und – im Altbau – eine Schadstofferkundung nehmen die größten Risiken vorweg, bevor Firmen beauftragt sind.

  3. Klar beschreiben

    Ein sauberes Leistungsverzeichnis macht Angebote vergleichbar und spart Nachträge. Jeder klar beschriebene Punkt ist ein Punkt, über den später nicht gestritten wird.

  4. Fachlich begleiten lassen

    Eine unabhängige Baubegleitung erkennt Lücken, bevor sie Geld kosten – und ordnet Angebote ein. Wie das bei der energetischen Sanierung abläuft, zeigt meine Förderung & Baubegleitung.

  5. Reserve einplanen

    Kalkulieren Sie – gerade im Bestand – einen Puffer ein. Neubau: eher am unteren Rand; Altbausanierung im Bestand: eher 15–20 %.

Kostenreserve zum geplanten Budget Ein Balken zeigt die geplanten Kosten und eine zusätzliche Reserve von 10 bis 20 Prozent. Beim Neubau eher am unteren Rand, bei der Altbausanierung im Bestand eher 15 bis 20 Prozent. Immer mitdenken: die Kostenreserve geplante Kosten Reserve 10–20 % Neubau: eher am unteren Rand · Altbausanierung im Bestand: eher 15–20 %.
Ein Puffer ist kein Zeichen schlechter Planung, sondern Teil guter Planung. Wird er nicht gebraucht, umso besser. Orientierungswerte, keine festen Zusagen.
Das Wichtigste in einem Satz: Eine frühe Preisspanne ist kein Ausweichen, sondern Ehrlichkeit – und mit jeder Prüfung, jeder Öffnung und jeder klaren Beschreibung wird aus der Spanne ein belastbarer Preis.
Ihr Ansprechpartner

Erst den Bestand kennen, dann kalkulieren – so wird aus der Spanne ein belastbarer Preis.

Kostenplanung, Kalkulation und Ausschreibung sind als Bauträger und Generalunternehmer mein Tagesgeschäft. Bei der energetischen Sanierung begleite ich Sie als dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte von der ersten Einschätzung über den individuellen Sanierungsfahrplan bis zur Vergabe – und ordne Angebote so ein, dass Sie wissen, wofür Sie zahlen. So gewinnen Sie Schritt für Schritt echte Kostensicherheit, statt sich auf ein Bauchgefühl zu verlassen.

Marcel Gläser Energieeffizienz-Experte (dena-gelistet) · Bauträger & GU seit 15+ Jahren 0176 46559999 Leipzig · Halle (Saale) · Dresden · Freiberg & Umgebung Kostenlose Ersteinschätzung
FAQ

Häufige Fragen zu den Kosten einer Sanierung

Warum will mir niemand einen Festpreis nennen?
Weil ein seriöser Festpreis voraussetzt, dass der Umfang der Arbeit feststeht. Solange nicht geöffnet, geprüft und beschrieben ist, was genau zu tun ist, wäre jeder Festpreis entweder mit einem dicken Risikoaufschlag versehen oder unehrlich. Nach einer sauberen Planung und Ausschreibung ist ein Festpreis dagegen gut möglich.
Was ist ein Nachtrag – und wie vermeide ich ihn?
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche Leistung, die im ursprünglichen Auftrag nicht enthalten war – etwa weil beim Öffnen ein bis dahin unbekannter Vorschaden am Bestand zum Vorschein kam oder ein Wunsch dazukam. Vollständig vermeiden lässt er sich im Bestand kaum, aber ein präzises Leistungsverzeichnis und eine Voruntersuchung reduzieren Nachträge stark. Wichtig: Nachträge immer vor der Ausführung schriftlich mit Preis vereinbaren.
Wie viel Reserve sollte ich einplanen?
Als Orientierung: bei Neubauten ein kleinerer Puffer, bei Sanierungen im Bestand eher 15 bis 20 Prozent des Budgets. Je mehr Unbekanntes im Spiel ist (Altbau, Feuchte, Schadstoffverdacht), desto großzügiger sollte die Reserve sein. Das sind Orientierungswerte, keine festen Zusagen.
Ist das billigste Angebot das beste?
Nicht unbedingt. Der niedrigste Preis ist oft ein unvollständiges Angebot, eine geringere Qualität oder eine Kalkulation ohne Absicherung. Vergleichen Sie Leistungsumfang, Einzelpreise, Gewährleistung und Vollständigkeit – nicht nur die Endsumme.
Was kostet eine Bauteilöffnung oder eine Schadstoffprobe?
Beides bewegt sich meist im überschaubaren dreistelligen Bereich pro Stelle beziehungsweise Probe – und ist damit fast immer günstiger als der Nachtrag, den es verhindert. Die genaue Höhe hängt vom Aufwand, der Zugänglichkeit und dem Labor ab und wird im Einzelfall festgelegt.
Warum sind Angebote für „dasselbe“ so unterschiedlich?
Weil hinter dem Preis Auslastung, Qualität, Absicherung und Kalkulation stehen – und weil die Firmen oft nicht exakt dasselbe anbieten. Genau deshalb ist eine gemeinsame Leistungsbeschreibung (Ausschreibung) so wertvoll: Sie macht die Angebote erst wirklich vergleichbar.

Quellen und weiterführende Links

Dieser Ratgeber ist eine bewusst vereinfachte, allgemeine Erklärung nach bestem Wissen, Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Die erläuternden Grafiken sind schematische Darstellungen zur Veranschaulichung; die genannten Prozentwerte und Beträge sind Orientierungsgrößen, keine maßstäblichen Rechenergebnisse oder Zusagen. Maßgeblich für Ihr Vorhaben sind der konkrete Bestand, die konkrete Planung sowie die jeweils gültigen Regeln der Technik. Konkrete Kosten sind immer im Einzelfall zu ermitteln.